Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Institut für Soziologie

 

Gestaltsoziologie
Prof. Dr. Alexander D
eichsel
Institut für Markentechnik Genf
Mi 18 c.t.-20 Uhr, Edmund-Siemers-Allee 1 Hörsaal M, Sommer-Semester 2010

 


Weil jede Leistung als Gestaltsystem ...

7. April
Vom System zum Gestaltsystem – von der Kategorie zum Individuum
Gestalt ist ökonomischer Hard Fact

14. April
Das Verhältnis von Kraft und Bewegung in Wirtschaftskörpern
Positive Vorurteile sind Resultat organisierter Gestaltdisziplin

28. April
Gastvorlesung: Thomas Fröhlich, Genf, Institut für Markentechnik
Leistungspunkt Preisgestalt(ung)


... verstanden werden sollte ...


5. Mai
Immanuel Kant: Das ästhetische Urteil
Die substanzielle Ursache für Bindung, Trennung und Aufbruch

12. Mai
Gastvorlesung: Priv.-Doz. Dr. Hartmut Hecht, Berlin, Humboldt-Universität,
Akademie der Wissenschaften; Warum Monaden keine Fenster haben

19. Mai
Gestalt ist Inhalt als Form in action
Optimieren – nicht nur Maximieren ist dynamisches Prinzip


... muss ihre Kraft per Gestaltleistung durchgesetzt werden


2. Juni
Gestaltleistungen zur Leistungsgestalt bündeln – Beispiel Publizistik
Selbstähnlichkeit ist der Steuerknüppel des Markenführers

9. Juni
Gastvorlesung: N. N.
Markt ist immer Ergebnis – der Kapitalmarkt auch

16. Juli
Gastvorlesung: Dr. Timm Homann, Hamburg, Vorstand Otto Group,
Die Bedeutung von Gestalt für Systemleistungen und Kennziffern

30. Juni
Gestalt und Argument – von der Perzeption zur Apperzeption
Die Rolle des homo oeconomicus in der Gestaltschlacht

7. Juli
... bis zum Europäischen Gerichtshof
Der ästhetische Imperativ in der Markenführung und die Rolle der Juristen

14. Juli
Zusammenfassung und Empfehlungen


Zum Gegenstand
Die Vorlesung zeigt, welche Bedeutung die klassische europäische Sozialphilosophie für
das Tagesgeschäft eines heutigen Markenverantwortlichen hat. Leistung begegnet uns
immer in Gestalt – sowohl in der Natur als auch in deren menschengemachter Innenausstattung,
der Kultur. Was in der Natur geschieht, muss in der Kultur gewollt und erführt werden.
Der ewige Gegensatz zwischen Inhalt und Form – für Aristoteles durch Form zur Erscheinung
gebracht – verbindet sich als Gestalt zum kaufmännischen Instrument für
Bindungsprozesse im Markt. Jede Leistungsgestalt wird durch Konsumenten unweigerlich
gedeutet und erzeugt über diesen Weg Nähe oder Distanz, Bindung oder Trennung,

Schnäppchenjäger oder treue Kundschaft. Selbstähnliche Gestaltdisziplin ist deshalb das
erfolgreichste Geschäftsprinzip jeder Branche jeder Zeit. Wer es einsetzt, muss allerdings
das innere Prinzip, also die Individualität des zu führenden Leistungssystems verstehen
und dessen spezifisches Potenzial an allen Leistungspunkten detailliert zur Wirkung bringen.
Aus diesem Grunde hilft die Gestaltsoziologie dem Manager beim Aufbau und beim
Durchsetzen der ihm überantworteten Markenkräfte. Die Vorlesung wird wiederum Gäste
zu Wort kommen lassen und stadtöffentlich sein. Durch eine schriftliche Arbeit kann ein
Leistungsnachweis erworben werden.

Zu den Gästen
Thomas Fröhlich, Genf, Institut für Markentechnik, Managing Director
Priv.-Doz. Dr. Hartmut Hecht, Berlin, Humboldt Universität; Akademie der Wissenschaften
Berlin-Brandenburg, Leiter der Gottfried Wilhelm Leibniz Edition, Naturwissenschaftlich-
Technische Schriften
Dr. Timm Homann, Hamburg, Vorstand Retail, Otto Group
N. N.

Zur Literatur (nach Erscheinungsjahr)
Aristoteles, ca. 340 v.Chr. Metaphysik, bes, Buch V, Die Natur
Leibniz, Gottfried Wilhelm, Monadologie, Principes de la Nature et de la Grace fondés en
Raison, 1714 Handschr./1998; wiss. ediert, zweisprachig, von Hartmut Hecht, Reclam
Universalbibliothek Nr. 7853, Stuttgart. Markentechnisch kommentiert, zweisprachig,
von Alexander Deichsel, 2006, Genf
Kant, Immanuel, 1790. Kritik der Urteilskraft, bes. §§ 35ff., Berlin
Tönnies, Ferdinand, 1887, Gemeinschaft und Gesellschaft, Leipzig
Cassirer, Ernst,1921/1971, Idee und Gestalt, Goethe, Schiller, Hölderlin, Kleist,
Darmstadt
Schering, Walter, 1927, Gestalttheorie und Soziologie, Diss. bei Alfred Vierkandt /
Wolfgang Köhler, Berlin , in: K.Brandmeyer/A.Deichsel, (Hrg.), 2. Jahrbuch
Markentechnik 1997/1998, S. 389-412, Frankfurt a.M.
Tönnies, Ferdinand, 1998. Mein Verhältnis zur Soziologie, in: Ferdinand Tönnies
Gesamtausgabe, Bd, 22, 327-349, Berlin
Homann, Timm,1999, Die Marke als Instanz der strategischen Unternehmensführung –
Ein Betrag zur markentechnischen Führungslehre; Diss. Hamburg
Schmidt, Manfred, 2003, Das Bermuda-Dreieck. Wo Marken ihr Geld versenken und wie
sie es wieder heben können, Frankfurt a.M.
Hecht, Hartmut, 2005, Causae finales und Physik der Bewegung, in: V. Elm et al. (Hrg.),
Die Antike der Moderne, Vom Umgang mit der Antike im Europa des 18. Jhd., S. 31-46,
Saarbrücken
Deichsel, Alexander, 2006, Markensoziologie, 2. Auflg., Frankfurt a.M.
Zschiesche, Arnd, 1007, Ein Positives Vorurteil Deutschland gegenüber – Mercedes-
Benz als Gestaltsystem, Berlin
Fröhlich, Thomas, 2007, Jeder in seiner Klasse – die Chancen des Fachhandels, in:
A.Deichsel/M.Schmidt (Hrg.), 7. Jahrbuch Markentechnik 2008/2009, S. 243-256,
Frankfurt a.M.


Dch / Fassung Februar 010