Die mindestens zwei Mal im Jahr von der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft herausgegebene soziologische Zeitschrift "Tönnies-Forum"

 bemüht sich mit überwiegend soziologischen Aufsätzen die aktuelle Tönnies-Forschung flankierend zu begleiten. 

Das Einzelheft kostet 8.- Euro (Jahres-Abonnement 16.- Euro) und kann u.a. bei der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft erworben werden.

 (ISSN 0942-0843)  

   

Inhalt:

Erinnerungen an Bettina Clausen

Warum Status und contractus kein Text von Tönnies ist von Sebastian Klauke

Gemeinschaft und Gesellschaft im Wandel der Zeiten von Arno Bammé

Der Gang der Revolution von Ferdinand Tönnies, eingeleitet und kommentiert von Uwe Carstens

Tschüss „Schreiberdruck“ von Uwe Carstens

 

Editorial

Am 9. Mai 2018 ist Frau Prof. Dr. Bettina Clausen gestorben. Acht Jahre nach dem Tod ihres Mannes Herrn Prof. Dr. Lars Clausen, der am 20. Mai 2010 starb, hat sie uns verlassen. Die Nachricht ihres Todes kam für uns überaus unerwartet und lässt uns fassungslos zurück. Der Tod nimmt ihr die Möglichkeit, das große Werk, zu dem sie sich verpflichtet sah, zu vollenden: die Herausgabe des Bandes 2 der Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe. Dieser Band, der das wichtigste Werk des Philosophen und Soziologen Ferdinand Tönnies „Gemeinschaft und Gesellschaft“ zum Thema hat, war ihr eine Herzensangelegenheit. Wohl auch deswegen, weil ihr Mann zu den Initiatoren der Gesamtausgabe zählt und dieser Band zweifellos der Schlüssel zu den übrigen Bänden ist. Es ist auch schon deshalb tragisch zu nennen, weil die Herausgabe des Bandes wohl 2019 erfolgen wird, also unmittelbar bevorsteht. Die Gesamtherausgeber und die Bandeditoren werden in ihrem Sinne an dem Gesamtwerk weiterarbeiten. Die Gesamtausgabe wird für immer mit den Namen Bettina und Lars Clausen verbunden sein.
Am 31. Mai 2018 wurde Bettina Clausen in Keitum auf Sylt beerdigt. Die Trauerfeier fand, wie bei ihrem Mann, in der St. Severins Kirche statt. Die ersten vier Texte dieses Forums wurden während der Trauerfeier gesprochen. Die dann folgenden Texte sind Nachrufe auf die Verstorbene. Diesen Worten und diesen Texten, die wortgetreu übernommen wurden, soll es vorbehalten bleiben, Bettina Clausen zu würdigen und die Trauer über ihren frühen Tod auszudrücken – ein Editorial vermag das nicht.
Der Text „Warum Status und contractus kein Text von Tönnes ist“, vom Geschäftsführer und Wissenschaftlichen Referenten der FTG Sebastian Klauke, ist ein Beispiel dafür, dass selbst die im Werkverzeichnis aufgeführten und Tönnies zugeordneten Texte (hier DSN 33) nochmals überprüft werden müssen.
10 Thesen führt Arno Bammé, der Leiter der Leiter der Ferdinand-Tönnies-Arbeitsstelle in Klagenfurt, an, die er anlässlich eines Kolloquiums in Lyon 2018 zum Thema „Gemeinschaft und Gesellschaft im Wandel der Zeiten“ zur Diskussion stellte und letztlich zu dem Ergebnis kommt, dass Tönnies von den Klassikern der Soziologie der aktuellste sein dürfte.
2018 jährt sich der Kieler Matrosenaufstand zum 100. Mal – ein Ereignis von nationalgeschichtlicher Bedeutung. Ferdinand Tönnies veröffentlichte 1919 einen Text, den er „Der Gang der Revolution“ nannte. Der von Uwe Carstens kommentierte Text wurde in dem Band „Revolution und Revolutionsforschung“, der von Rolf Fischer herausgegeben wurde, bereits 2011 in der Reihe der „Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte“ veröffentlicht.
2018 schloss „unser Drucker“ für immer seine Pforten. Wir verabschieden Schreiberdruck mit Dank für die geleistete Arbeit!


Kiel, im November 2018                                                                          Dr. Uwe Carstens